In Thailands Süden hat der Wiederaufbau begonnen und
die Katastrophenhilfe der ersten Wochen abgelöst.
Die Lage hat sich entspannt, die Überlebenden kommen
langsam zur Ruhe. Sie werden von der Regierung und
vielen Organisationen mit Lebensmitteln und Wasser
und allem Notwendigen versorgt. Die Familien, die
ihre Häuser und Güter durch die Flutwelle verloren
haben, leben in schnell aufgebauten provisorischen
Häusern in Camps. Aber nun braucht man für das
Kommende einen langen Atem. Erst jetzt ist deutlich
zu erkennen, wie stark die Menschen durch die
Katastrophe traumatisiert wurden. Jetzt müssten die
vielen Hilfsorganisationen zusammenarbeiten und alle
Hilfe müsste nachhaltig und mit größter Rücksicht
auf die Betroffenen geleistet werden. In den
vergangenen zwei Monaten ist Großartiges geleistet
worden. Es ist aber zu befürchten, dass man auch
hier die Fehler von anderen Krisengebieten
wiederholt.
Das Meer zog sich weit zurück am zweiten
Weihnachtsfeiertag, jenem entfernten 26. Dezember
2004. Es war gegen 9.00 Uhr, als Petra von
staunenden Badenden an den Strand gerufen wurde. Ein
nie dagewesenes
Naturschauspiel: Die sonst weit draußen liegenden
Felsen waren zu Fuß zu erreichen, die Kinder
sammelten Fische, die das Meer in Pfützen
zurückgelassen hatte. Strahlend blauer Himmel. Nur
wenige beachteten das weit draußen weiß glitzernde
Band einer sich aufbauenden Riesenwelle. Auch Petra
rannte erst um ihr Leben, als die Welle schon fast
den Strand erreicht hatte. Sie überlebte wie durch
ein Wunder. Denn an dieser Stelle in Khao Lak hob
sich der Meeresspiegel innerhalb von wenigen
Sekunden um über 20 Meter. Aber ihren Mann Piri hat
sie verloren. Am 29. Dezember hat sie ihn vor dem
Tempel dem Feuer übergeben.
Zwei Monate später kommt Petra nach Thailand zurück,
an ihren Ort des Schreckens. In dieser kleinen Bucht
am Strand von Khao Lak kamen 31 Menschen zu Tode. Am
26. Februar sitze ich neben ihr bei der Trauerfeier.
Alle Angehörigen der Verstorbenen und Vermissten
sind da. Jede Familie hat etwas zum Essen
mitgebracht. 27 Mönche singen oder summen ihre
monotonen Gebete. Dann teilen zuerst die Mönche das
Essen, danach die Familien. Keiner drängelt. Es wird
wenig geredet. Man achtet aufeinander. Zum Abschluss
wird ein Feuer angezündet mit vielen Dingen, die man
für die Reise der Toten mitgebracht hat: Häuser und
Autos aus Pappe, Hemden, Papierschuhe, Spielgeld und
sogar eine 'The
Otherworld
Bank'-KreditKarte und
einen
'Hell & Paradise
Passport'.
Dann stehen wir noch einmal zusammen auf dem
Fundament des Ferienbungalows, in dem die beiden die
Ferien zwischen den Jahren verbringen wollten, und
von dem nichts mehr stehen geblieben ist. Petra
sucht die Erde danach ab, ob sie vielleicht noch ein
Erinnerungsstück finden kann. Aus dem Gestrüpp zieht
sie Piris warme Jacke,
die er gar nicht gebraucht hatte. Wir fahren zurück
zum Vorplatz des Tempels, wo sie vor zwei Monaten
Piri dem Feuer übergab. Der Platz ist noch unberührt
und wir finden tatsächlich Reste von Knochen,
die wir einsammeln. Am Abend traut sich Petra ans
Wasser zurück und übergibt dem Meer die sterblichen
Überreste. Eben schrieb sie uns: "Ich habe mit dem
Meer Frieden geschlossen. Danke vielmals für alles.
Es tat so gut, dass wir das zusammen tun konnten."
Suchende und Trauernde zu begleiten, sehen wir heute
als wichtige Aufgabe an, die wir als evangelische
Gemeinde hier in Bangkok haben. Viele wollen nach
Thailand zurückkommen, um ihrer Liebsten zu gedenken,
die sie noch immer vermissen, oder um am Ort der
Trennung Blumen niederzulegen, oder auch um die
gewaltigen Zerstörungen besser begreifen zu können.
Für nächste Woche haben sich wieder zwei Familien
angemeldet.
Was können wir machen mit den uns gegebenen Spenden?
Noch immer erhalten wir Spenden von Freunden und
Unbekannten, von Kirchengemeinden aus Deutschland
und auch von vielen Auslandsgemeinden der EKD, von
Oslo über Lissabon und Australien bis Venezuela und
Teheran und anderen Organisationen und Gruppen.
Bisher kamen 130.000 Euro zusammen. Nie hätten wir
mit so viel Unterstützung gerechnet. Wie viel
Anteilnahme und Solidarität damit zum Ausdruck
gebracht wird, haben wir aber vor allem gespürt in
den unzähligen eMails, die wir begleitend dazu
erhalten haben. Wir sind voller Dankbarkeit dafür.
Wir haben damit eine große Beauftragung und
Verantwortung übertragen bekommen, verbunden mit
viel zusätzlicher Arbeit. Bis jetzt haben wir für
unterschiedlichste Projekte 54.000 Euro ausgegeben.
10.000 Euro davon erhielt unsere Partnerkirche
Church of Christ in Thailand (CCT) für den Aufbau
von zwei Trauma-Beratungszentren
und die Entsendung von thailändischen Beratern. Wir
haben keine Hektik, dass wir die Spendengelder jetzt
alle sofort ausgeben müssen. Erst in sechs Monaten
oder einem Jahr wird sich zeigen, wer durch das Netz
der Hilfe gefallen ist.
Wir bezahlen mit Hilfe von Pfarrer Suchat in Takua
Pa das Schulgeld für Waisenkinder. Zunächst haben
wir uns für ein Jahr verpflichtet. Wir unterstützen
Familien und Einzelne, die bisher noch keine andere
oder nur wenig Hilfe erhalten haben. Einzelne
Patenschaften konnten wir vermitteln. Vereinzelt
haben wir auch Krankenhauskosten übernommen von
Patienten, die immer noch in Behandlung sind. Viele
Wunden heilen nur sehr langsam, verursacht durch das
verschmutze Meerwasser.
Ein Fischerdorf hat alle 34 Boote verloren. Wir
haben drei Boote mit Motor übernommen zu je 600
Euro. Andere Fischer haben viel größere Boote
verloren, deren Wiederbeschaffung bis zu 1500 Euro
kostet. Wir helfen mit einem Teilbetrag. Inzwischen
sind diese Boote im Bau. Für das Dorf
Laem
Naew haben wir den Kauf
des gesamten Holzes übernommen, das für den Neubau
und die Reparaturen der Schiffe benötigt wird.
Außerdem brauchte man dort einen neuen
Stromgenerator, der seit gestern wieder täglich von
18.00 bis 22.00 Uhr Licht liefert.
Einige Deutsche, die auf Phuket leben, helfen in
Khura Buri mit, 32 feste Häuser zu bauen für
Seenomaden der Insel Koh
Phra Thong, deren Dorf
zerstört wurde und die aus unterschiedlichen Gründen
nicht mehr dorthin zurück wollen. Der Neubau eines
kompletten Hauses kostet mit den
Infrastrukturmaßnahmen etwa 4.000 Euro. Wir haben
die Finanzierung von fünf Häusern übernommen bzw.
zweckbestimmte Gelder direkt an dieses Projekt
weitergegeben.
Den Namen Baan Thalee Nok kann man sich merken
Das kleine Fischerdorf Baan Thalee Nok, nördlich von
Khura Buri, das vollständig zerstört wurde, und in
dem von den 250 Einwohnern 50 ums Leben kamen, war
bis vor ca. vier Wochen fast noch nicht 'entdeckt'.
Inzwischen eignet sich dieses Dorf wohl als
Mikroprojekt für einen Anschauungsunterricht. Wie in
einem Brennglas kann man die Fehler sehen, die auch
im Großen gemacht werden. Mehr als 15 Organisationen
aus vielen Ländern arbeiten vor Ort und kaum etwas
wird koordiniert. In der provisorischen Grundschule
stehen sechs nagelneue Hochleistungscomputer, die
niemand braucht und die vielleicht kaputt sein
werden, noch bevor sie überhaupt an den Strom
angeschlossen werden. An diesem Wochenende kommen
über hundert Studenten aus Bangkok in das Dorf, um
ein Versammlungshaus zu bauen. Die Bevölkerung ist
sich, jedenfalls im Moment, gar nicht sicher, ob sie
das überhaupt will oder brauchen kann. Ihre größte
Sorge aber ist, wohin die Frauen und Männer aus der
Großstadt aufs Örtchen gehen. Die sollen nämlich
länger bleiben und richtige Toiletten gibt es noch
nicht.
Spenden sind ein Ausdruck des Vertrauens - und wir
bitten um Geduld
Khao Lak ist 1.000 km von uns hier in Bangkok
entfernt. Für alles, was wir dort machen (z.B.
gewünschte Fotos von den Zerstörungen und dann die
entsprechenden Bilder einige Zeit später, nachdem
die gezahlte Summe sichtbare Veränderungen gebracht
hat) müssen wir hinfliegen, und das zwischen
Konfirmanden- und Religionsunterricht,
Gottesdiensten und Gefangenenbesuchen und mancherlei
Besprechungen. Es ist schön, dass viele Spender,
Hunderte von Hamburg bis Stuttgart, ihre Hilfe für
ganz konkrete und eng begrenzte Zweckbestimmungen
geben wollen, wie z.B. für Waisen oder Waisenhäuser
oder Kindergärten und Schulen. Aber es ist
ausgesprochen schwer, diesen Wünschen entsprechen zu
können. So müssen zum Beispiel von Organisationen
keine Schulen gebaut werden. Das macht alles das
Königshaus und die thailändische Regierung. Es sind
auch nur wenige Schulen zerstört worden.
Die Waisenkinder (meist haben sie glücklicherweise
nur einen Elternteil verloren) sind bei der Oma, der
Tante oder anderen Familienmitgliedern untergekommen,
werden gut versorgt und können von dort zur Schule
gehen. Waisenhäuser gibt es in dem überschwemmten
Gebiet keine, und es werden wohl auch keine gebaut.
Fragen nach Adoptivkindern müssen wir ablehnen.
Krankenhäuser wurden keine in Mitleidenschaft
gezogen. Die Infrastruktur (Strom und Wasser) war
hier von der Regierung in wenigen Tagen wieder
aufgebaut.
Dennoch gibt es genug zu tun. Es fallen nämlich
viele Familien und Einzelne durch das Netz der
Versorgung. Die zu finden ist sehr arbeitsintensiv.
Aber genau da helfen wir.
Den Menschen eine Spende weiterzugeben ist das Eine.
Etwas anderes ist es dann aber, sie dafür
unterschreiben zu lassen (sie können oft gar nicht
schreiben) und sie auch noch zu bitten, sie
fotografieren zu dürfen, möglichst direkt bei der
Spendenübergabe und mit dankbarem Gesichtsausdruck.
Das geht ja eigentlich nicht, aber genau dieses Foto
wünschen immer wieder Spender. Hier bitten wir um
Ihr Verständnis, wenn wir dieses Foto nicht liefern
werden. Ich werde nämlich erinnert an den kleinen
schwarzen Jungen, den wir früher in der Kinderkirche
als Spendenbüchse hatten, und der jedes Mal nickte,
wenn ein Zehnpfennigstück durch den Schlitz fiel.
Man gab gern, denn man bekam direkt den Dank
zugenickt.
Das Leben im Camp ist anstrengend, es kann aber auch
bequem machen
Ich war letzte Woche wieder in einigen Camps oder
Auffanglagern. Da leben zwischen 500 und 2000
Menschen, die Hab und Gut und oft eben auch ihre
Liebsten verloren haben. Die Hilfe dort ist bestens
organisiert, und manchmal hatte ich gar den Eindruck
der Überversorgung. Warum soll ein Fischer denn noch
sein Netz reparieren, wenn er allein an einem
einzigen Tag von jemandem einen Geldbetrag bekommt,
der sein Jahresgehalt um fast das Doppelte
übersteigt? Ich konnte mehrfach bei solchen
Übergaben zusehen.
Dann kamen Amerikaner aus Los Angeles mit einem
Lieferwagen, fuhren ins Lager und verteilten
Wolldecken und Spielzeug an die Kinder, darunter
auch Kriegsspielzeug. Manche Kinder wollten die
Sachen gar nicht annehmen und waren sehr wählerisch,
weil sie am Tag vorher schon bessere Sachen
erhielten. Ich habe das fotografisch dokumentiert.
Daneben stand ein Missionar aus Australien mitsamt
mitgebrachtem Fernsehteam, der laut Gott lobte für
seine Tat. Gott habe die Thailänder durch diese
Ereignisse bereit für den Empfang des Evangeliums
gemacht.
"God is great. Look all these people. They are in
need.
They
need us.
They
need God." Um mich war es
fast geschehen. Als ich ihm sagte, dass ich den
Eindruck hätte, dass diese Leute überfordert sind
von dem, was hier gerade abgeht, schaute er mich
lange fragend an. Daneben
betete eine Engländerin mit Handauflegung mit einer
jungen Thailänderin, einer Buddhistin. Es war eine
Mischung aus Krankenheilung und Geisteraustreibung.
Ich schämte mich dafür, was alles im Namen Jesu
Christi in der Kirche gemacht wird. Das war schon
eine Karikatur.
In einigen Camps besuchte ich Familien in den
provisorischen Häusern und konnte dabei auch hinter
den Vorhang sehen. Da lagen Stapel von Reissäcken.
Eine Familie hatte in der Vorratshaltung über 200
1,5-Liter-Trinkwasserflaschen. Und jemand hier
wollte nicht glauben, als ich sagte, dass ich in
einem relativ kleinen Lager über 80 neue Motorräder
oder Mopeds zählte. Bisher tat es zumeist auch
ein Fahrrad. Warum sollen diese Lagerleute also
wieder zurück und ihr Haus aufbauen? Das alles hat
nur noch wenig zu tun mit Hilfe zur Selbsthilfe. Sie
sind überfordert durch Überförderung. Man nimmt diesen
Menschen eigentlich ihre Würde. Sie werden jetzt ein
zweites Mal von einer Welle unbekannten Ausmaßes
überrollt. Und die Folgen davon werden ebenfalls
sehr groß und lang anhaltend sein.
Wenn Ausländer in die Lager gehen, werden sie
inzwischen oft von Kindern überaus freundlich mit
einem Wai (thailändischer Gruß mit zusammengelegten
Händen) begrüßt. Und es fällt das Wort TSUNAMI. Das
hat dann fast den Klang wie die Bakschisch-Rufe der
Kinder in Ägypten. Die Kinder betteln die Fremden
nicht an, aber das Verhalten gibt einem doch zu
verstehen, dass man als Fremder mit gutem Herzen
angesehen wird, der gekommen ist und gleich seinen
Geldbeutel aufmachen wird.
So suchten Firmen im Auftrag der Regierung in den
Camps nach Hilfsarbeitern und Tagelöhnern, die
kräftig zupacken können. Das ist doch auch gut gegen
Langeweile und Lagerkoller. Als Tageslohn wird der
übliche Mindestsatz von 175 Baht bezahlt, das sind
3,50 Euro. Nur wenige waren bereit, sich dafür an
die Arbeit zu machen. Im Lager zu bleiben ist im
Moment viel ertragreicher, denn da ist ein Kommen
und Gehen von vielen Hilfsorganisationen und
wohlwollenden Spendern. So ist abends mehr Geld in
der Kasse als nur dieser Mindestlohn.
Wir brauchen Unterstützer und Helfer und zusammen
einen langen Atem
Wir lassen uns dadurch nicht entmutigen. Im
Gegenteil. Wir sehen, was falsch läuft. Wir sind
munter und voller Tatendrang. Wir wollen mit dem uns
anvertrauten Geld verantwortlich umgehen. Also
müssen wir die Kulturunterschiede mitbedenken und
eine nachhaltige Entwicklung anstreben. An vielen
Stellen wurden in kürzester Zeit Containerhäuser
unter freiem Himmel gebaut, in die die Campbewohner
einziehen werden. Was aber tun, wenn sie in einigen
Monaten sagen, dass sie doch lieber in Holzhäusern
auf Stelzen und unter Bäumen leben möchten? Oder
warum sollte ich einem Mann ein Motorrad schenken,
wenn er schon eins besitzt?
Mich rufen Familien an, die mit großen Summen ihrer
Verwandten und Freunde nach Khao Lak zurückgekommen
sind: "Herr Bartel, wir haben 10.000 Euro hier und
finden keinen Menschen, dem wir das geben könnten.
Wissen Sie, was wir tun sollen?" Die Menschen in den
Camps sind versorgt. Das kann in sechs Monaten
vielleicht anders aussehen. Ca. 10.000
Hotelangestellte haben ihren Job verloren. Arbeitsplätze schaffen ist jetzt vielleicht das
Wichtigste. Aber dazu braucht man viel Phantasie und
noch mehr Informationen.
Wer sind eigentlich diese WIR? Das sind Mitarbeiter
unserer Gemeinde hier in Bangkok. Ein
'Organisationskreis Khao Lak'; trifft sich in unregelmäßigen Abständen und bespricht Ziele,
Projekte und Vorgehensweise. Der Kirchengemeinderat
beschließt die Projekte. Zwei Monate lang wurden wir
unterstützt von Carola Helwig aus Hamburg, die
ehrenamtlich hierher kam und unsere Hilfe im Süden
mitorganisierte. Für vier Wochen ist jetzt Pfarrer
im Ruhestand Dieter Hemminger aus Pforzheim da. Er
kann mich hier in Bangkok vertreten mit
Gottesdiensten und Religionsunterricht. Damit ist es
mir möglich, auch einmal länger im betroffenen
Gebiet zu sein. Und dann haben wir mehrere
Mitglieder der Gemeinde, die sich immer wieder
einige Tage frei machen, um ebenfalls Not vor Ort zu
lindern. Das alles kann nur gemacht werden mit dem
unermüdlichen Einsatz und Organisationstalent meiner
Frau Isolde. So wird die Last von vielen Schultern
getragen. Es ist schön, dass wir so miteinander
Fragen und Probleme besprechen können.
Aber ich möchte auch nicht verschweigen, dass wir
nicht überall nur Zustimmung zu dieser Arbeit
erhalten. Nicht nur Jugendliche getrauen sich jetzt
zu sagen, im Abstand zu den Ereignissen des 26.
Dezember: Ich kann die Worte 'Tsunami'; und 'Khao Lak'
nicht mehr hören. Die Deutschen wären ja jetzt alle
zurück und für die Thai oder gar die Morgan, die
Seenomaden, wären wir als evangelische Gemeinde
deutscher Sprache nicht zuständig. Obwohl das
verletzt, macht es uns doch nicht müde und wir
werden nicht nachlassen in unserem Engagement zur
Linderung der Not. Und wir fragen dabei weder nach
der Staats- noch nach der Religionszugehörigkeit.
Spontane und auch langfristige Hilfe leisten auch
die ca. 130 Freiwilligen aus über 25 Nationen des
Tsunami
Volunteer Centers
in Khao Lak. Hier kann jeder mithelfen, der sich für vier Wochen
verpflichtet und bereit ist, sich mit zwei Euro pro
Tag an den Unkosten zu beteiligen.
Wir sagen Dankeschön
Wir können und wollen diesen Bericht nicht beenden
ohne Danke zu sagen. Wir wissen uns getragen von
einem großen Freundeskreis. Ganze Gemeinden und
Schulen haben sich beteiligt mit großartigen
Aktionen und Benefizveranstaltungen und mit
unermüdlichem Einsatz Einzelner. Herzlichen Dank für
alle Ermutigungen in Hunderten von Briefen und
E-Mails. Viele von euch sind uns auch in der großen
räumlichen Entfernung sehr nahe gekommen. Wir danken
für eure Mitgefühle, eure guten Gedanken, eure
Gebete und eure großzügigen Spenden. Viele Spender
blieben uns aber unbekannt, weil uns von der Bank
nur der Name übermittelt wird. Wer noch eine
Spendenquittung erhalten möchte, der möge uns doch
bitte noch seine Adresse per eMail oder Fax
mitteilen.
Ganz herzlich danken wir auch für das Vertrauen
vieler Familien, die Kontakt mit uns aufnahmen, weil
sie Angehörige hier in Thailand verloren haben. So
konnten wir Anteil an deren Schicksal nehmen. Wir
wollen auch in Zukunft ihre Rufe nicht überhören und
sie weiterhin unseren Möglichkeiten entsprechend
begleiten.
Bangkok, im dritten Monat nach der
Tsunami-Katastrophe
Mit herzlichen Grüßen
Pfarrer Burkhard Bartel und Isolde Bartel